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YouTube Video Builder-Test 2020 – Brauchbar, aber nur mit starken Einschränkungen

Ezequiel Bruni
30 Juni 2020

Wenn ein Gigant wie YouTube ein Tool zur Videoerstellung auf den Markt bringt, schlägt das große Wellen. Meine Neugier war jedenfalls geweckt. Also besorgte ich mir einen Beta-Zugriff, um das Tool testen zu können. Leider musste ich feststellen, dass es meinen hoch gesteckten Erwartungen nicht gerecht wurde.

Um Deine Erwartungen zurechtzurücken: Wir haben es nicht mit einem Videoeditor zu tun (obwohl die Toolbox von YouTube bereits einen einfachen Videoeditor enthält). Es handelt sich um ein Tool, das auf der Grundlage einiger Vorlagen Videos erstellt, vor allem sechs bis 16 Sekunden lange Werbevideos, die Du mit Text, Bildern und Musik Deiner Wahl bestücken kannst.

Dieses Tool macht Dich auf keinen Fall zum nächsten YouTube-Star. Kochvideos, Videospiel-Anleitungen oder Theatervideos sind damit nicht möglich. Werbung ist alles, was es kann. Und bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Du damit irgendwann etwas anderes als Werbung machen kannst.

Wenn Dir das nicht reicht, empfehle ich Dir, auf Fiverr für nur fünf Dollar einen Videoeditor zu beauftragen. Ein einzigartiges, von einem Profi erstelltes Video ist fast immer effektiver.

Hat im Grunde nur eine Funktion, ist aber einfach zu bedienen

Die gesamte App besteht aus nicht mehr als drei Bildschirmen:

In dem einen wählst Du Deine Videovorlage aus.

YouTube Video Builder Template screen

Im nächsten fügst Du Deinem Video Content hinzu.

The form you fill out to generate your video.

Und im dritten wartest Du darauf, dass Dein Video fertiggestellt wird. Ich habe vergessen, davon einen Screenshot zu erstellen, während ich das Video drehte. Es handelt sich im Grunde nur um einen Fortschrittsbalken. Unten kannst Du Dir meine Aufzeichnung des gesamten Prozesses ansehen.

All das ist völlig kostenlos.

Du füllst buchstäblich nur ein Formular mit den gewünschten Bildern und Texten aus, änderst die Farben des Videos, um es an Deine Marke anzupassen, wählst Deine Musik aus einer Sammlung instrumentaler, halbwegs eingängiger Beats und lässt die App den Rest erledigen. Hast Du alles vorbereitet, dauert der ganze Vorgang vielleicht drei Minuten, wobei die Zeit für das Rendern Deines Videos nicht mitgerechnet ist.

Wenn Du, so wie ich, die Größe von Bildern ändern musst, kann es bis zu zehn Minuten dauern.

Auch die im Video verwendete Schriftart kannst Du aussuchen. Du hast Zugriff auf den gesamten Font-Katalog von Google, kannst also unter fast tausend Schriftartenfamilien auswählen. Der Nachteil: Wenn Du wissen willst, wie diese Schriftarten aussehen, musst Du zu einer anderen Registerkarte wechseln.

Aber der wesentliche Vorgang ist einfach. Wenn Du schon einmal online ein Formular ausgefüllt hast, dann bekommst Du das auch hin!

Hier ein Video, das meine gesamte Erfahrung mit dieser Software darstellt:

(Hinweis: Das Video ist auf Englisch.)

Und hier das Endergebnis:

Ergebnis

Du bekommst ein Full HD-Video (1080p) mit einer Länge von sechs bis 16 Sekunden. Buchstäblich alle Vorlagen sind werblich orientiert. Sie dienen dazu, Deine Marke oder Dein Produkt vorzustellen. Mehr Optionen hast Du nicht.

Mit der E-Mail-Adresse, mit der Du Dich für den Betazugriff registriert hast, ist ein YouTube-Kanal verknüpft. Auf diesem Kanal wird das Video derzeit eingestellt. Das Video selbst ist „nicht verfügbar“. Die Öffentlichkeit sieht es erst dann, wenn Du bereit bist. Das finde ich angemessen.

Viel Support gibt es nicht, aber Deine Videos gehören nur Dir

Das Tool ist ausdrücklich als YouTube-Produkt gebrandet und befindet sich auf der YouTube-Website. Das bedeutet: Die gesamte Infrastruktur ist um YouTube herum aufgebaut. Du brauchst Unterstützung? Na, dann viel Glück. Die Support-Infrastruktur von YouTube ist notorisch unzuverlässig, vor allem dann, wenn es Urheberrechtsprobleme gibt. Vergewissere Dich, dass Du die Rechte an allem besitzt, was Du in Dein Video einbaust.

Das bedeutet auch: Die Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien sind die gleichen wie für YouTube im Allgemeinen. Du behältst das Urheberrecht an den von Dir erstellten Videos. (Aber nochmals: Nur, wenn Du Inhaber der Rechte an allen von Dir verwendeten Texten und Bilden bist). Beim YouTube Video Builder dreht sich alles um das Herstellen von Werbung. Google möchte also, dass Du diese Videos zu Geld machst – das kann man mit ziemlicher Sicherheit sagen.

Fazit: Nicht schlecht, aber es gibt Besseres

Der YouTube Video Builder tut das, was auf der Verpackung steht. Du gibst Content ein, er erstellt automatisch Videos. Das ist schon in Ordnung, wenn Dir Werbung dieser Art – Text und aufpoppende Bilder – gefällt. Es ist ein absolut einfaches Tool für absolut einfache Werbung.

Aber es geht viel besser, selbst mit einem beschränkten Budget. Auf Fiverr kannst Du für nur fünf Dollar echte Menschen Videos für Dich bearbeiten lassen. Ich würde vielleicht etwas mehr bezahlen, aber die Möglichkeit gibt es. Und von einem menschlichen Designer kannst Du viel mehr Flexibilität und Kreativität erwarten.

Wenn Du wirklich knapp bei Kasse bist und es Dir nichts ausmacht, selbst Hand anzulegen, kannst Du auch diese lange Liste kostenloser Online-Videoeditoren ausprobieren, über die ich geschrieben habe.

Natürlich ist das Beta-Software. Bis das Tool fertig ist, werden Features und was sonst noch hinzugefügt und entfernt. Da es sich um ein Google-Produkt handelt, könnte es sich ein Jahrzehnt lang in der Beta-Phase befinden. Wer weiß schon, was aus dieser App wird? Und das ist sozusagen die große Frage. Was hat Google und YouTube überhaupt zu diesem Schritt bewogen? Warum macht man so etwas? Welches Ziel wird damit verfolgt?

Die offensichtliche Antwort lautet: In das Werbe-Ökosystem von YouTube sollen noch mehr Personen und Unternehmen eingebunden werden, und zwar ohne die Kosten, die normalerweise mit der Erstellung von Videos verbunden sind. Wenn man mit nur wenigen Bildern und ein bisschen Text Videowerbung machen kann, spart man Kameras, Crew, Videoeditoren, Plugins, Mikrofone, Sprecher und tausend anderen Aufwendungen ein.

Es gab ja durchaus vorher schon billige Möglichkeiten, derartige Videos mit geringem Aufwand herzustellen. Das aber ist vom Konzept bis zum fertigen Video einer der rationellsten Prozesse, die ich je gesehen habe.

Nach Angaben der Marketingfirma WebFX müssen Unternehmen für ihr YouTube-Werbebudget nicht mehr als zehn Dollar pro Tag ausgeben. Wer ein paar hundert Dollar nur für Werbung übrig hat, könnte Traffic und Aufmerksamkeit einen Monat lang steigern und dabei nur Geld für die Werbung selbst ausgeben.

Für ein kleines Unternehmen sind das viele potentielle Kontakte, und aus der Sicht von Google eine weitgehend unerschlossene Einnahmequelle. Vielleicht wird der ja YouTube Video Builder eines Tages als Nebeneffekt um Funktionen erweitert, mit denen Du das Vlog Deiner Träume erstellen kannst. Im Moment geht es nur um Werbung.

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